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«Digi­ta­le Schweiz»:
Furcht vor Cyber­kri­mi­na­li­tät und Überwachung

Die Schwei­zer Bevöl­ke­rung sieht in digi­ta­len Tech­no­lo­gien gros­se Vor­tei­le, fürch­tet sich aber auch vor den Risi­ken. In der neu­en Schwei­zer Lang­zeit­stu­die «Digi­ta­le Schweiz Moni­tor Bank WIR» zei­gen sich Unter­schie­de nicht nur nach Alters­grup­pen, son­dern auch punk­to Ein­kom­mens­ni­veau und Bil­dung der Befrag­ten bei­spiels­wei­se bei der Angst vor einem Arbeits­platz­ver­lust durch digi­ta­le Technologien.

Basel, 20. Juni 2022 | Nicht zuletzt aus­ge­löst durch die Coro­na-Pan­de­mie mit The­men wie Home­of­fice, Fern­un­ter­richt und Covid-Zer­ti­fi­ka­ten sind digi­ta­le The­men in den Köp­fen der Schwei­zer Bevöl­ke­rung sehr prä­sent. Dies zeigt die ers­te Durch­füh­rung der neu­en Schwei­zer Lang­zeit­stu­die «Digi­ta­le Schweiz – Moni­tor Bank WIR», einem Gemein­schafts­pro­jekt der Hoch­schu­le für Wirt­schaft der Fach­hoch­schu­le Nord­west­schweiz FHNW, gfs-Zürich und Bank WIR. Erleich­te­run­gen in der Kom­mu­ni­ka­ti­on oder im All­tag ste­hen Über­for­de­run­gen und Ängs­ten gegen­über. Bei der offe­nen Fra­ge nach den wich­tigs­ten The­men im digi­ta­len Zeit­al­ter wer­den Cyber- und Daten­si­cher­heit, Cyber­kri­mi­na­li­tät und Über­wa­chung am häu­figs­ten genannt.

Fast zwei Drit­tel sehen in digi­ta­len Tech­no­lo­gien gros­se bis sehr gros­se Vor­tei­le – nur fünf Pro­zent ste­hen den Tech­no­lo­gien kri­tisch gegen­über. In der Befra­gung zeigt sich, dass ein­kom­mens­star­ke Grup­pen mit einem hohen Bil­dungs­ni­veau vie­le Vor­tei­le in digi­ta­len Tech­no­lo­gien sehen und die Nach­tei­le und Gefah­ren als gerin­ger ein­schät­zen. «Das birgt die Gefahr einer pola­ri­sier­ten Gesell­schaft», warnt Prof. Dr. Marc K. Peter, Lei­ter Kom­pe­tenz­zen­trum Digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on an der FHNW Hoch­schu­le für Wirt­schaft und Lei­ter der Stu­die «Digi­ta­le Schweiz – Moni­tor Bank WIR».

Ein Drit­tel der Schwei­zer Bevöl­ke­rung fürch­tet sich vor Cyber­kri­mi­na­li­tät und Über­wa­chung durch digi­ta­le Tech­no­lo­gien – ein Trend, der sich durch alle Alters­grup­pen, Ein­kom­mens­stu­fen und Bil­dungs­klas­sen zieht. Von allen denk­ba­ren Risi­ken fürch­ten sich Befrag­te in der höchs­ten Bil­dungs­klas­se am meis­ten davor, mit­hil­fe digi­ta­ler Tech­no­lo­gien über­wacht zu wer­den. Per­so­nen mit dem tiefs­ten Bil­dungs­stand sehen die gröss­te Gefahr in Daten­klau und Cyber­an­grif­fen. «Für die Schweiz wäre es wün­schens­wert, die The­men zur Cyber­si­cher­heit und Cyber­kri­mi­na­li­tät stär­ker zu prio­ri­sie­ren», sagt Marc K. Peter.

Knapp die Hälf­te der Befrag­ten ist dar­an inter­es­siert, digi­ta­le Tech­no­lo­gien zu beherr­schen und Kom­pe­ten­zen zu erler­nen. «Dabei hängt das Inter­es­se am Erler­nen neu­er Kom­pe­ten­zen stark mit dem Ein­kom­mens­ni­veau und dem Alter der Befrag­ten zusam­men», heisst es in der Stu­die. Befrag­te mit Haus­halts­ein­kom­men unter 6000 Fran­ken und tiefs­tem Bil­dungs­stand haben das gerings­te Inter­es­se an digi­ta­len Tech­no­lo­gien, obwohl sie die gröss­te Angst davor haben, ihren Arbeits­platz auf­grund der Digi­ta­li­sie­rung zu verlieren.

41 Pro­zent der Schwei­zer Bevöl­ke­rung schät­zen die eige­nen Kom­pe­ten­zen im digi­ta­len Zeit­al­ter als hoch ein.

«Die digi­ta­len Kom­pe­ten­zen in der brei­ten Bevöl­ke­rung sind für die Schweiz gesell­schaft­lich und wirt­schaft­lich erfolgs­kri­tisch», erklärt Marc K. Peter. Als wich­tigs­te Kom­pe­ten­zen wer­den von den Befrag­ten die Bereit­schaft für lebens­lan­ges Ler­nen, Offen­heit für Neu­es, tech­ni­sches Ver­ständ­nis und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stär­ke genannt. «Die Stu­di­en­teil­neh­men­den nann­ten zudem Lernbereitschaft/Neugierde und Sozi­al­kom­pe­ten­zen als wei­te­re wich­ti­ge Fähig­kei­ten im digi­ta­len Zeit­al­ter», heisst es wei­ter. Bei der Selbst­ein­schät­zung auf einer Ska­la von 1 bis 6 zeigt sich, dass die digi­ta­len Fähig­kei­ten von Per­so­nen mit höchs­tem Bil­dungs­stand mehr dop­pelt so hoch sind wie jene mit dem tiefs­ten Bil­dungs­stand (Ein­schät­zung 5 bis 6).

Die Stu­die «Digi­ta­le Schweiz – Moni­tor Bank WIR» erscheint künf­tig zwei Mal jähr­lich – die nächs­ten Stu­di­en­ergeb­nis­se wer­den folg­lich Ende 2022 vor­lie­gen. «Wir wol­len den digi­ta­len Puls der Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer spü­ren und die­se Ergeb­nis­se der Öffent­lich­keit regel­mäs­sig zugäng­lich machen», erklärt Co-Autor Vol­ker Strohm, Lei­ter Cor­po­ra­te Com­mu­ni­ca­ti­on und sei­tens Bank WIR ver­ant­wort­lich für die For­schungs­zu­sam­men­ar­beit. «Die Befra­gung lie­fert einen wich­ti­gen Bei­trag zum Dis­kurs über die Inter­es­sen, Sor­gen und Kom­pe­ten­zen der Bevöl­ke­rung im Umgang mit digi­ta­len Tech­no­lo­gien und lie­fert uns als boden­stän­di­ge und inno­va­ti­ve Genos­sen­schafts­bank für den Schwei­zer Mit­tel­stand natür­lich wich­ti­ge Indikatoren.»

Down­load der kom­plet­ten Stu­die mit allen Infografiken:

Rück­fra­gen:

Vol­ker Strohm Bank WIR
Lei­ter Cor­po­ra­te Com­mu­ni­ca­ti­on | Medi­en­spre­cher
medien@wir.ch
T 061 277 92 27

Marc K. Peter
Lei­ter Kom­pe­tenz­zen­trum
Digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on
Fach­hoch­schu­le
Nord­west­schweiz FHNW
Hoch­schu­le für Wirt­schaft
marc.peter@fhnw.ch
T 079 300 55 60

WIR Bank Genos­sen­schaft
Auberg 1
4002 Basel
T 0800 947 947
info@wir.ch
www.wir.ch

Marc K. Peter, Miri­am Christ, Johan Lin­de­que, Karin Mänd­li Lerch & Vol­ker Strohm (2022): Digi­ta­le Schweiz 2022: Moni­tor Bank WIR #1. Pro­jekt­be­richt. FHNW Hoch­schu­le für Wirt­schaft, gfs-zürich, Bank WIR. Basel und Olten, Juni. Bezug auf: www.monitor-digitale-schweiz.ch.